Wie ein Gerüstbaubetrieb Tagesauftrag und Aufmaß vom Zettel aufs Handy geholt hat
Vom Anfragerechner zur ganzen Baustellenverwaltung
Mike Mildenberger hat das Projekt gebaut und aufgeschrieben. Ohne Firmennamen und Orte.
Veröffentlicht · Aktualisiert
Kurz gesagt
Ein Gerüstbaubetrieb mit sechs bis neun Kolonnen am Tag plant seine Baustellen nicht mehr auf Handzetteln. Die Kolonnenführer bekommen ihren Tagesauftrag als Link aufs Handy und schicken Aufmaß und Fotos digital zurück, seit Juli alle Kolonnen. Angefangen hat es mit einem Anfragerechner auf der Website, der nach sechs Wochen lief.
- 2 bis 4 am Tag
- Online-Anfragen. Im ganzen Jahr davor waren es rund 180.
- Quelle: Angaben des Betriebs, 2026
- 90 → 50 %
- Abbruch mit und ohne angezeigten Preis.
- Quelle: Eigene Messung, März bis Juni 2026
- 6 Wochen
- bis zum ersten Baustein im Einsatz.
- Quelle: Projektverlauf 2026
- rund 900
- Kostenstellen aus der Tabelle übernommen.
- Quelle: Projektverlauf, Juni 2026
Wo es klemmte
Aufträge auf Zetteln, Fotos auf dem Handy, Stunden von Hand
Online-Anfragen kamen als Mail ohne Preis an, jedes Angebot entstand von Hand, und Anfragen von weit weg fielen erst beim Lesen auf. Dahinter lief der Betrieb auf Papier. Tagesaufträge als Handzettel, Fotos per WhatsApp aufs Handy des Bauleiters, Kostenstellen in Excel und Akten, die im Büro von Tisch zu Tisch wanderten.
- 6 bis 9 Kolonnen jeden Tag
- rund 90 Baustellen gleichzeitig
- Büro mit Inhaber, 2 Bauleitern, Rechnung und Lohn
So lief ein Arbeitstag
Nachmittag
Der Bauleiter schreibt den nächsten Tag auf Handzettel, mit Adresse, Kolonne, Tätigkeit und Material.
Morgens im Lager
Jeder Kolonnenführer holt seinen Zettel ab.
Auf der Baustelle
Fotos landen auf dem Handy des Bauleiters, der Zettel wird von Hand ausgefüllt.
Feierabend
Jeder schreibt seine Stunden auf Papier. Bei Stundenarbeit fehlt oft die Unterschrift des Poliers.
Tage später
Der Bauleiter tippt das Aufmaß ab und bringt die Akte ins Büro, erst dann gibt es die Rechnung. Das Lohnbüro überträgt die Stunden von Hand.
Läuft es bei dir ähnlich? Beschreib mir deinen Ablauf, ich schaue ihn mir kostenlos an.
So sind wir vorgegangen
Erst der Anfragerechner, dann Stück für Stück die Baustelle
Deckt ab: Anfrage, Vorauswahl, Angebot, Zusage, Auftragsstart, Ausführung
Schritt 1 von 6 · zum Weiterlesen wischen
Alle Ansichten nachgezeichnet, Daten erfunden.
Warum genau diese Reihenfolge
Eine Woche nach dem Rechner kam der eigentliche Engpass auf den Tisch
Klein anfangen
Beauftragt war zuerst nur der Anfragerechner mit Angebot, Annahme per Link und einem Dashboard. Das war überschaubar, lief nach sechs Wochen und legte die Grundlage, auf der alles Weitere aufbaut.
Der Engpass kam danach
Eine Woche nachdem der Rechner lief, beschrieb der Inhaber von sich aus den ganzen Ablauf von der Baustelle bis zur Abrechnung. Dort ging das Geld verloren, nicht bei den Anfragen. Im Erstgespräch war davon keine Rede gewesen.
Erst klicken, dann bauen
Vor der Baustellenverwaltung stand eine klickbare Probeversion. Erst beim Durchklicken kam heraus, wie Kolonnen, Fahrzeuge und Büro wirklich zusammenspielen, daraus wurden 13 Korrekturen an der Planung.
Eine Kolonne vor allen
Zuerst kam der Monitor fürs Büro, weil er nur anzeigt und dem Inhaber besonders wichtig war. Danach die Kolonnen, erst eine zur Probe, seit Juli alle.
Was es heute bringt
Was sich für Büro, Bauleiter, Kolonne, Lohnbüro und Inhaber geändert hat
Büro
vorherAkten an verschiedenen Orten, Kostenstellen in einer Tabelle.
Bauleiter
vorherHandzettel am Nachmittag, Fotos auf dem eigenen Handy, Papierakte in der Tasche.
Kolonnenführer
vorherZettel morgens im Lager, Fotos per Messenger.
Lohnbüro
vorherStundenzettel von Hand übertragen.
Inhaber
vorherLas jede Anfrage selbst und schrieb jedes Angebot von Hand.
Was ich aus dem Projekt gelernt habe
- 01
Den eigentlichen Engpass hat im Erstgespräch niemand erwähnt. Er lag bei den Leuten, die draußen arbeiten und ihre Aufträge auf Papier bekommen. Heute frage ich früh, wer seine Arbeit auf Papier, per Zuruf oder per Messenger bekommt.
- 02
Der erste Baustein war nicht der Hebel, sondern der bezahlbare Beweis. Erst als er lief, wurde sichtbar, wo das Geld wirklich verloren geht.
- 03
Eine klickbare Probeversion bringt mehr ans Licht als jede Beschreibung auf Papier. Deshalb kommt sie bei mir vor den eigentlichen Bau.
- 04
Ob die Leute draußen mitmachen, entscheidet Vertrauen, nicht die Zahl der Pflichtfelder. Deshalb zuerst eine Kolonne, dann alle, und am Anfang drei Pflichtfotos statt eines vollen Aufmaßes.
- 05
Ein angezeigter Preis in der Anfragestrecke kann abschrecken. Solange er zu sehen war, brachen über 90 Prozent ab, danach rund die Hälfte.
- 06
Die Abrechnung gehört als eigener Baustein in die Planung und nicht als Anhängsel an den Tagesauftrag.
Passt das zu deinem Betrieb?
Passt, wenn
- Mehrere Kolonnen oder Trupps arbeiten jeden Tag auf wechselnden Baustellen.
- Aufträge, Fotos und Stunden laufen heute über Zettel, Zuruf oder Messenger.
- Deine Branchensoftware kann Angebote und Rechnungen, aber nicht den Tag auf der Baustelle.
- Du willst die bestehende Software behalten und ergänzen, nicht ersetzen.
Passt eher nicht, wenn
- Du hast eine einzige Kolonne, und alles läuft ohnehin über dich.
- Eine fertige Branchensoftware deckt deinen Ablauf schon ab und wird von allen genutzt.
- Niemand im Betrieb hat Zeit, eine Probekolonne ein paar Wochen zu begleiten.
Du erkennst deinen Betrieb unter „Passt, wenn“ wieder? Beschreib mir kurz, wie es bei dir läuft. Ich schaue es mir selbst an und sage dir, womit ich anfangen würde.
Projekt einschätzen lassenHäufige Fragen
Brauche ich für meinen Gerüstbaubetrieb eine eigene Software, oder reicht eine Branchensoftware?
Wenn deine Branchensoftware Angebote und Rechnungen gut kann, behalte sie. In diesem Projekt blieb sie bewusst bestehen. Neu gebaut wurde nur, was sie nicht kann: der Tagesauftrag aufs Handy, Aufmaß und Fotos von der Baustelle, Stunden je Mann und die digitale Akte.
Wie bekommen Kolonnen ihren Tagesauftrag aufs Handy, ohne App und ohne Login?
Über einen Link, den der Kolonnenführer vor dem Einsatz aufs Handy bekommt. Installieren muss niemand etwas, der Link öffnet sich in seiner Sprache und funktioniert auch ohne Netz. Er enthält eine lange Zufallskennung, gilt nur für den Auftrag dieses Tages und läuft am Ende des Einsatztages ab. Wird er neu verschickt, ist der alte sofort ungültig.
Wie lange dauert es, bis so ein System im Betrieb läuft?
Der erste Baustein lief nach sechs Wochen. Die Baustellenverwaltung kam in Etappen dazu, zuerst im Mai mit einer Probekolonne, ab Juli arbeiteten alle Kolonnen damit, und seit September laufen auch Tagesplan und Abrechnung im System.
Machen die Kolonnen bei so etwas mit?
Nicht von allein. Anfangs hielten manche es für eine Leistungskontrolle. Geholfen hat, langsam anzufangen, mit einer Kolonne und wenigen Pflichtfeldern.
Wie kommen Aufmaß, Stunden und die Unterschrift des Poliers ins Büro?
Direkt über den Tagesauftrag. Der Kolonnenführer trägt das Aufmaß ein, macht die Pflichtfotos und lässt bei Stundenarbeit den Polier des Auftraggebers auf dem Handy unterschreiben. Die Arbeitszeit je Mann kommt aus Anwesenheit und Fahrzeugortung und lässt sich im Büro korrigieren.
Was macht das System mit der Fahrzeugortung?
Es nutzt die Ortung, die der Betrieb schon vorher in seinen Fahrzeugen hatte, für zwei Dinge. Im Tagesplan sieht das Büro, ob ein Fahrzeug an der Baustelle steht. Für die Arbeitszeit übernimmt das System einmal am Tag zwei Uhrzeiten je Kolonne, den Versand des Tagesauftrags und die Rückkehr ins Lager. Wege speichert es nicht, und jede Zeit lässt sich im Büro von Hand korrigieren.
Wo liegen die Daten, und wer sieht was?
Die Daten liegen in einer Datenbank in Frankfurt, also in der EU. Ins Dashboard kommt nur, wer im Büro ein eigenes Konto hat. Ein Kolonnenführer sieht über seinen Link nur den Auftrag seines Tages, ein Kunde über sein Portal nur seine eigene Anfrage und sein Angebot.
Was passiert mit bestehenden Tabellen und Kostenstellen?
Sie werden übernommen. Hier kamen rund 900 Kostenstellen aus der alten Tabelle ins System, neue Nummern vergibt es seitdem selbst.
Wie wird so ein Projekt abgerechnet?
Jeder Baustein hat einen Festpreis, den du vor dem Start kennst. Danach bleibe ich dran, Betrieb und Weiterentwicklung laufen über einen festen Monatsbetrag. Was ein erster Baustein bei dir kosten würde, sage ich dir, nachdem ich deinen Ablauf gesehen habe.
Lohnt sich ein Anfragerechner auf der Website für einen Gerüstbauer?
Er bringt deutlich mehr Anfragen, hier zwei bis vier am Tag statt rund 180 im ganzen Jahr davor. Den größeren Nutzen brachte in diesem Projekt aber der Schritt danach, die Baustellenverwaltung.
Welche der acht Schritte im Ablauf das Projekt abdeckt
Anfragen gewinnen
- Sichtbarkeit (nicht Teil des Projekts)Wie findet der Kunde dich?
- Anfrage (Teil des Projekts)Wie wird aus einem Besucher eine Anfrage?
- Vorauswahl (Teil des Projekts)Wer passt, und wer nicht?
Angebot und Auftrag
- Angebot (Teil des Projekts)Wie kommt das Angebot raus?
- Zusage (Teil des Projekts)Wie wird aus dem Ja ein verbindlicher Auftrag?
- Auftragsstart (Teil des Projekts)Wie weiß der Kunde, was als Nächstes passiert?
Ausführung und danach
- Ausführung (Teil des Projekts)Wie läuft der Auftrag intern ab?
- Wiederkehr (nicht Teil des Projekts)Wie kommt der Kunde wieder?
Klingt nach deinem Betrieb? Ich schaue mir deinen Fall kostenlos an.
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